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Wann lohnt sich eine Immobiliengesellschaft?

  • 29. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Immobilien strategisch strukturieren statt isoliert entscheiden

Viele Immobilienbesitzer beschäftigen sich früher oder später mit der Frage, ob ihre Liegenschaften weiterhin im Privatvermögen gehalten oder in eine Immobiliengesellschaft eingebracht werden sollen.


Die Antwort darauf ist selten pauschal. Vielmehr hängt sie von den individuellen Zielen, der Vermögensstruktur, der steuerlichen Situation sowie den langfristigen Absichten der Eigentümer ab.


Eine Immobiliengesellschaft kann in bestimmten Situationen erhebliche Vorteile bieten. Gleichzeitig bringt sie zusätzliche Anforderungen und Verpflichtungen mit sich. Umso wichtiger ist es, die Entscheidung nicht isoliert, sondern im Rahmen einer ganzheitlichen Immobilienstrategie zu betrachten.


Was ist eine Immobiliengesellschaft?

Unter einer Immobiliengesellschaft versteht man in der Regel eine Aktiengesellschaft (AG) oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), deren Hauptzweck im Halten, Verwalten, Entwickeln oder Bewirtschaften von Immobilien liegt.


Anstelle der direkten Eigentümerschaft durch Privatpersonen werden die Immobilien durch die Gesellschaft gehalten. Die Eigentümer besitzen dabei die Anteile an der Gesellschaft.


Diese Struktur kann je nach Ausgangslage strategische, organisatorische und steuerliche Vorteile bieten.


Wann kann eine Immobiliengesellschaft sinnvoll sein?

Mit zunehmender Anzahl von Immobilien steigen die Anforderungen an Verwaltung, Finanzierung und strategische Steuerung.


Eine Immobiliengesellschaft ermöglicht häufig eine professionellere Strukturierung des Portfolios und schafft klare Verhältnisse hinsichtlich Eigentum, Verantwortlichkeiten und Finanzierung.


Gerade bei mehreren Renditeobjekten oder gemischt genutzten Immobilien kann eine Gesellschaft eine sinnvolle Grundlage für die langfristige Entwicklung schaffen.


Immobilien als Teil einer Vermögensstrategie

Immobilien sollten nicht isoliert betrachtet werden. Sie sind häufig Teil eines grösseren Vermögens und stehen im Zusammenhang mit:

  • Unternehmensbeteiligungen

  • Wertschriften

  • Nachfolgeplanungen

  • Familienvermögen

  • Vorsorgestrukturen


Eine Immobiliengesellschaft kann dabei helfen, Vermögenswerte gezielt zu strukturieren und langfristige Strategien einfacher umzusetzen.


Nachfolge und Generationenwechsel

Insbesondere bei Unternehmerfamilien stellt sich häufig die Frage, wie Immobilien an die nächste Generation übertragen werden können.


Die Übertragung einzelner Gesellschaftsanteile kann in gewissen Situationen einfacher sein als die Übertragung einzelner Immobilien.


Eine Immobiliengesellschaft kann deshalb ein Instrument sein, um Nachfolgeprozesse strukturiert vorzubereiten und langfristige Eigentümerstrategien umzusetzen.


Dabei sind jedoch steuerliche und rechtliche Aspekte sorgfältig zu prüfen.


Entwicklung und Arealprojekte

Bei Entwicklungsprojekten oder grösseren Investitionen werden Immobilien häufig in eigene Gesellschaften eingebracht.


Dadurch lassen sich Risiken, Finanzierungen und Projektstrukturen klar voneinander trennen.


Gerade bei:

  • Arealentwicklungen

  • Neubauprojekten

  • Umnutzungen

  • Investorenmodellen


werden Immobiliengesellschaften oft eingesetzt, um Transparenz und Struktur zu schaffen.


Welche Vorteile kann eine Immobiliengesellschaft bieten?

Je nach Situation können folgende Vorteile entstehen:

  • Klare Eigentums- und Führungsstrukturen Eine Gesellschaft schafft Transparenz bezüglich Eigentum, Verantwortung und Entscheidungsprozessen.

  • Professionelle Steuerung des Immobilienportfolios Mehrere Immobilien lassen sich strukturiert und langfristig entwickeln.

  • Flexibilität bei Beteiligungen Gesellschaftsanteile können leichter übertragen oder in Nachfolgelösungen integriert werden als einzelne Liegenschaften.

  • Trennung von Vermögenswerten Immobilien können unabhängig von anderen Vermögenswerten oder unternehmerischen Aktivitäten geführt werden.

  • Finanzierungsmöglichkeiten Je nach Ausgangslage können Finanzierungslösungen flexibler gestaltet werden.


Welche Herausforderungen sind zu berücksichtigen?

Eine Immobiliengesellschaft ist kein Selbstzweck. Vor einer Gründung sollten insbesondere folgende Aspekte geprüft werden:

  • Steuerliche Auswirkungen Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich teilweise deutlich vom Privatvermögen. Eine individuelle Analyse ist zwingend.

  • Verwaltungsaufwand Eine Gesellschaft bringt zusätzliche Anforderungen mit sich:

    • Buchhaltung

    • Jahresabschluss

    • Generalversammlungen

    • Verwaltungsratsfunktionen

    • Compliance

  • Gründungskosten und laufende Kosten Die Gesellschaft verursacht zusätzliche Kosten, welche in die Gesamtbetrachtung einfliessen müssen.

  • Langfristige Perspektive Die Gründung sollte immer aus einer langfristigen Strategie heraus erfolgen und nicht ausschliesslich aufgrund kurzfristiger steuerlicher Überlegungen.


Immobiliengesellschaften als Teil einer Gesamtstrategie

In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass die besten Lösungen nicht aus einzelnen Optimierungen entstehen, sondern aus einer ganzheitlichen Betrachtung.


Die entscheidenden Fragen lauten häufig:

  • Welche Ziele verfolgen die Eigentümer?

  • Welche Rolle spielen die Immobilien im Gesamtvermögen?

  • Ist eine Nachfolge geplant?

  • Sind weitere Investitionen vorgesehen?

  • Wie soll sich das Portfolio langfristig entwickeln?


Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich beurteilen, ob eine Immobiliengesellschaft tatsächlich sinnvoll ist.


Fazit

Eine Immobiliengesellschaft kann für Eigentümer, Unternehmerfamilien und Investoren erhebliche Vorteile bieten. Gleichzeitig erfordert sie eine sorgfältige Planung sowie die Berücksichtigung steuerlicher, rechtlicher und strategischer Aspekte.


Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob eine Immobiliengesellschaft grundsätzlich sinnvoll ist, sondern ob sie zur individuellen Immobilien- und Vermögensstrategie passt.


Wer Immobilien langfristig entwickeln, strukturieren oder auf die nächste Generation übertragen möchte, sollte die Möglichkeiten einer Immobiliengesellschaft frühzeitig prüfen und ganzheitlich beurteilen.


FAQ

Wann lohnt sich eine Immobiliengesellschaft?

Eine Immobiliengesellschaft kann insbesondere bei mehreren Liegenschaften, Entwicklungsprojekten, Nachfolgeplanungen oder langfristigen Immobilienstrategien sinnvoll sein.


Welche Vorteile bietet eine Immobiliengesellschaft?

Mögliche Vorteile sind klarere Eigentumsstrukturen, Flexibilität bei Beteiligungen, professionelle Steuerung des Immobilienportfolios und eine strukturierte Nachfolgeplanung.


Welche Nachteile hat eine Immobiliengesellschaft?

Zu berücksichtigen sind unter anderem zusätzlicher Verwaltungsaufwand, laufende Kosten sowie steuerliche und rechtliche Fragestellungen.


Ist eine Immobiliengesellschaft für jede Immobilie sinnvoll?

Nein. Ob eine Immobiliengesellschaft sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation, den Zielen der Eigentümer und der langfristigen Strategie ab.


Wer sollte die Gründung einer Immobiliengesellschaft prüfen?

Eigentümer mit mehreren Liegenschaften, Investoren, Unternehmerfamilien sowie Personen mit Nachfolge- oder Entwicklungsabsichten profitieren häufig von einer vertieften Prüfung.


Quellen & weiterführende Informationen:

  • Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV)

  • Schweizerisches Obligationenrecht (OR)

  • Bundesamt für Wohnungswesen (BWO)

  • KPMG Schweiz – Immobilien & Steuern

  • PwC Schweiz – Real Estate Insights

  • Deloitte Schweiz – Real Estate & Family Business Studies




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Illustration eines Büros, wo über die Sinnhaftigkeit einer Immobiliengesellschaft in einer individuellen Situation diskutiert wird

 
 
Thomas Bolliger als Führungspersönlichkeit, Verwaltungsrat und Unternehmensentwickler

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